Monika Grütters überreicht 108 Auszeichnungen

Auf Vorschlag der Jury unter Vorsitz von Iris Radisch zählt die Buchhandlung zur Heide zu den 108 Betrieben, die mit dem erstmals vergebenen „Deutschen Buchhandlungspreis“ ausgezeichnet wurden. Staatsministerin Monika Grütters übergab die Preise am 17. September 2015 in einem entspannten, vergnüglichen und zum Teil emphatischen Festakt in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt/M..

Neben den ausgezeichneten Buchhändlerinnen und Buchhändlern waren auch Vertreter von Verlagen und dem Zwischenbuchhandel anwesend. Als eine von nur fünf Buchhandlungen in Niedersachsen und insgesamt zwölf in Norddeutschland erhielt die Buchhandlung zusätzlich zur Urkunde eine Prämie in Höhe von € 7.000.

„Mit dem Preis sollen die Mutigen ausgezeichnet werden, die sich dem Kulturgut verpflichtet führen, die nicht allein dem ökonomischen Handeln folgen, die sich nicht nur als Verkäufer, sondern als Entdecker verstehen“, betonte die Staatsministerin in ihrer Ansprache. Und über die Arbeit der Bundesregierung: „Wir werden energisch festhalten an der Buchpreisbindung, und bei TTIP setzen wir uns auch noch durch.“

Alle Festredner und Laudatoren versuchten herauszufinden, was eine gute Buchhandlung ausmacht und warum sie wichtig ist. Beispielhaft sei hier die Rede von Jo Lendle genannt, dem Verleger des Hanser-Verlages aus München. Viele der ausgezeichneten Buchhandlungen unterscheiden sich sehr und sind deshalb auch nur bedingt zu vergleichen. Hier wäre es - als Vorschlag für die nächste Ehrung - wünschenswert, schon bei der Übergabe der Preise an die acht besonders geehrten Buchhandlungen die Betriebe kurz vorzustellen. 

Alle Mitarbeiterinnen und der Inhaber der Buchhandlung zur Heide freuen sich sehr über die Auszeichnung und sehen sich in ihrer langjährigen Arbeit bestätigt! Gleichwohl möchten sie folgende Überlegungen anfügen:

  • Die Buchhandlung zur Heide ist in Zukunft eine „ausgezeichnete Buchhandlung“ - es gibt aber viele andere Buchhandlungen in Osnabrück oder anderswo, die ebenfalls im Rahmen ihrer Möglichkeiten und ihres Umfeldes hervorragende und gesellschaftspolitisch wichtige Arbeit leisten.

  • Angesichts der in der Stadt Osnabrück zu erwartenden drastischen Kürzungen des Kulturetats sollten die Bürgerinnen und Bürger an dem Punkt ansetzen, an dem sie die finanzielle Situation beeinflussen können - ganz einfach dadurch, dass sie in Geschäften kaufen, die ihre Gewerbe- und sonstigen Steuern in der eigenen Stadt zahlen. Jeder auf diese Weise in Osnabrück ausgegebene Cent erhöht den Kulturetat.

  • Bibliotheken sind andere Kultureinrichtungen als Theater, Musikschulen oder Kulturtreffs jeder Art. Hier steht die Bildung und Weiterbildung im Vordergrund - ein Menschenrecht. Deshalb sollten die Bibliotheksetats bei Planungen aus dem „Kulturtopf“ herausgenommen werden.

Das Team der Buchhandlung zur Heide erhält durch den „Deutschen Buchhandlungspreis“ eine zusätzliche Möglichkeit, weiterhin Lesebegeisterung zu wecken, gewachsene Kundenbeziehungen zu pflegen, sich durch die Auswahl des eigenen Sortiments zu engagieren und so ein Teil der Kultur von Osnabrück zu bleiben. Es freut sich auf die buchhändlerische Zukunft!

Text: Lennart Neuffer

Fotos: Bundesregierung/Orlowski und Janik Langenberg